Torsten Hartmann

The Banshees of Inisherin

14 Jahre nach In Brügge Sehen und Sterben stehen Colin Farrell und Brendan Gleeson wieder für Martin McDonagh vor der Kamera. Und anstelle zu versuchen, den enormen Erfolg mit Three Billboards Outside Ebbing, Missouri zu wiederholen, hält sich McDonagh zurück und kommt fünf Jahre später einfach mit dieser kleinen, aber großartigen Tragikomödie um die Ecke. Mit zwei Handvoll toller Schauspieler auf einer irischen Insel in den 1920er Jahren, die ihr Leben abseits des auf dem Festland tobenden Bürgerkriegs mehr oder weniger in den Tag und ins Pub hineinleben.

Im Mittelpunkt des Films stehen die Freunde und Nachbarn Pádraic und Colm, die sich normalerweise immer nach dem Mittag im Pub treffen, bis Colm Pádraic erklärt, dass er ihn nicht mehr leiden kann. Aber Pádraic ist nicht die hellste Birne am Leuchter und sieht das so nicht ein. Mehr gibt es nicht und es ist McDonaghs seltenes Talent, dass er daraus zwei Stunden gute Unterhaltung schaffen kann.

Und dabei driftet er schon ein bisschen ab von seinen bisherigen Arbeiten, hin zu einem Calvary aus der Feder seines Bruders John Michael McDonagh. Was natürlich absolut großartig ist. Und so schiebt sich dieser kleine Film zum Ende des Jahres doch noch ganz frech an allen Nominierten vorbei in meine Jahresbestenliste. Fecking good.

#film