Torsten Hartmann

Rewind Woche 50

Das Jahr nähert sich dem Feierabend und ich tippe diese Zeilen, während meine Frau und Tochter im Kino Drei Haselnüsse für Aschenbrödel gucken. Das ist eine coole Aktion, macht aber leider nicht die fehlende OV von Godzilla Minus Zero wett. Prioritäten, liebes Astor Kino. PRIORITÄTEN!

Samurai Western

Ich wühle weiter in der alten Kiste mit Videospielen längst vergangener Zeiten und hatte mal wieder Bock, als Ronin im Wilden Westen Pistolen schwingende Banditen zu zerteilen. Da hilft nur Samurai Western von Acquire, die damals eher für Tenchu und Shinobido bekannt waren. Überraschenderweise läuft das Spiel absolut flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde und die arcadige Aufmachung machte mir immer noch großen Spaß. Wie schon in der Hauptserie Way of the Samurai kann ich auch hier verschiedene Haltungen und Schwerter freischalten, die alle eine eigene Basiskombo haben. Leider sind die Bosskämpfe eine absolute Frechheit und es ist für mich nach wie vor nicht nachzuvollziehen, wie so etwas von der Qualitätskontrolle als okay abgestempelt werden konnte. Das ist schade, denn sonst hätte ich das Spiel längst wieder durchgespielt. Im Moment hapert es aber am zweiten Boss Donald und es ist eine Schande, dass so ein einmaliges Spiel wegen so einem fahrlässigen Grund unspielbar ist.

Monarch: Legacy of Monsters

Ich frage mich mittlerweile ernsthaft, ob bei dieser Serie vielleicht schon eine Pseudo-KI den Autorenstreik kompensieren musste. Anders kann ich mir dieses Geplänkel nach zwei guten ersten Episoden nicht erklären. Zumal es bisher auch einfach der aufgeblähte Plot des 2015er Godzillas ist. Demzufolge müssten dann ab der nächsten Folge die Militäreinsätze starten. Vielleicht hilft das ja. Dummerweise taugt die Serie nicht mal mehr als Trinkspiel. Wenn nämlich immer dann ein Kurzer getrunken werden muss, wenn die Protagonistin wieder rumheult, ist man bei jeder Folge schon nach zehn Minuten besoffen. Na toll.

Jigen Daisuke

Ich verweilte noch etwas im Unterhaltungsmittelmaß und fand diesen Film auf dem für uns auslaufenden Prime Videodienst. Den muss der Amazon Algorithmus scheinbar automatisch eingekauft haben, denn an keiner Stelle wird erwähnt, dass es sich hierbei um ein Spin-off von Lupin III handelt. Tut es aber. Half aber nichts. Gewohnt japanisch plätschert es auch hier dahin. Mit Fokus auf Figuren, die das Charisma einer dekorativen Blumenvase haben. Beim Rollstuhl-Gun-Fu bin ich wieder aufgewacht, aber nur kurz. Und sowas nimmt das deutsche Publikum dann als japanisches Kino wahr, während so großartige Werke wie And Your Bird Can Sing niemals hier aufschlagen werden.

Sleeping Dogs

Weihnachten ist ja auch die Zeit der Versöhnung. Oder? Ich als Atheist bin bei diesen religiösen Ritualen nicht ganz sattelfest. Egal, denn ich habe mich wieder mit meinem Steam Deck versöhnt. Neben dem obligatorischen Daily Ride in Lonely Mountains habe ich dort Sleeping Dogs angefangen. Zum dritten Mal, weil das Deck irgendwann immer nicht mehr wollte und einmal sogar mein Spielstand weg war. Jetzt scheint es aber zu klappen und im Fahrwasser des GTA VI Trailers ist es gerade genau der richtige Titel für mich. Es ist immer noch schade, dass es nur die Island of Hong Kong ins Spiel geschafft hat und Kowloon fehlt, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Der eine Titeltrack läuft derweil auch wieder abseits vom Deck auf Dauerschleife auf meinen Air Pods.

BAS

Das ist mal ein Brett! Dieses kleine PICO-8 Arcade Spiel hat mich in Sachen Spielidee und Umsetzung einfach umgehauen. Ein Vogel muss in einem endlosen Turm an den Wänden nach oben hüpfen und dabei Kreissägen ausweichen. Das Prinzip ist einfach zu steuern aber unglaublich hart zu meistern. Da kann ich als PICO-8 Entwickler schon mal neidisch werden. Könnt ihr wie üblich in PICO-8 oder im Browser spielen. Oder ihr macht es wie wir und spielt es an einem großen Monitor mit dem Switch Arcadestick auf einem Raspberry Pi. Das rockt richtig: BAS

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