Torsten Hartmann

Rewind 2024-04

Eine aufregende Woche liegt hinter mir, obwohl sie gar nicht so abwechslungsreich war. Den Grund möchte ich direkt aufklären:

Mein Gamedev Hobby hat mich komplett vereinnahmt. Schon vor längerer Zeit habe ich mich hingesetzt und eine kleine Space Engine gebastelt. In 2D und schön kompakt mit ein paar Dingen, die da so um einen Stern kreisen und mit einem Raumschiff, das sich durch den Raum fliegen lässt. Das hat durchaus Spaß gemacht. Aber mir fiel einfach kein gutes Gameplay für diese bereits sehr stabile Basis ein. Ich hatte Asteroiden, die ich mit gezielten Schüssen abbauen konnte, woraufhin mit sehr viel Geschick das kleine Gestein eingefangen werden musste. Es gab dabei aber ein Problem: fand ich doof. Es hatte einfach nicht Klick gemacht.

Diese Woche fiel es mir dann beim Hören des Space Game Junky Podcasts wie Schuppen von den Augen: Warum baue ich mir eigentlich nicht selbst das Spiel, das ich seit Jahren vergebens suche, weil Elite Dangerous bei mir dank ollem Always-on nur noch sporadisch funktioniert? Ein Spiel, das mich einfach als Weltraumtrucker Dinge von A nach B transportieren lässt.

Gedacht, getan. Binnen erschreckend wenigen Stunden baute ich meinen bereits existierenden Weltraum Code zu einem Mini Elite aus. Als ich erkannte, dass das alles einfach so funktionierte, konnte ich nicht mehr aufhören. Auf stolze 48 Systeme wuchs meine kleine virtuelle Galaxie an, bevor mich die Realität in Form von Einschränkungen bei PICO-8 dazu zwang, das Ganze wieder auf 24 Systeme mit insgesamt 50 Planeten gesundzuschrumpfen. Jedes System hat dafür aber jetzt eine eigene Raumstation und ein eigenes Restaurant einer Fastfood-Kette. Realismus wird bei mir ja bekanntlich sehr groß geschrieben.

Bei den Stationen gibt es Aufträge, bei den Restaurants kurioses Essen, das natürlich auch irgendwo hingeliefert werden muss. Planeten können außerdem gescannt werden und an Sternen kann Treibstoff getankt werden, um damit von System zu System zu springen. Sogar Asteroiden und Wracks können wieder für Ressourcen abgebaut werden, allerdings auf eine viel angenehmere und neue Weise. Ich war einfach voll im Flow und jede Idee konnte ich einigermaßen gut umsetzen.

Theoretisch könnte ich sogar noch Gegner einbauen, aber ich liebe aktuell die friedliche Atmosphäre in meiner kleinen Galaxie. Was fehlt sind nur noch Details und kleine Optimierungen, aber dann ist der Speicher der PICO-Umgebung auch schon voll. Ich freue mich schon, wenn ich dieses kleine Spiel endlich veröffentlichen kann, denn es ist wirklich ein Lebenstraum von mir. Meine eigene, wenn auch winzige Spacesim, ey!

Ein Pixelraumschiff, das einen Hyperraumsprung ausführt

Ab und an musste ich dennoch den Schreibtisch verlassen. Leben kann ja so hart sein. Zweimal wechselte ich voller Tatendrang aufs Sofa, um dort die beiden neuen Apple Serien anzuschauen.

Criminal Records hat zwar einen sehr generischen Namen, der in Deutschland glatt als schlechte Tagline durchgehen könnte, macht aber einen guten Ersteindruck. Und einer meiner absoluten Lieblingssongs ist obendrein auch noch die Titelmelodie. Passt schonmal.

Masters of the Air hätte ich direkt durchbingen können, aber es gab ja erstmal nur zwei Folgen. Das ist schon beeindruckend gut gemacht, sofern man was mit so Kriegskram anfangen kann.

Im Kino habe ich dann noch den wirklich ganz großartigen Film Poor Things gesehen. Eine Produktion, für die Emma Stone buchstäblich alles gegeben hat, was sie geben kann. Alles ist wunderbar anders und größtenteils sehr kurzweilig. Lediglich ein einziges Segment wurde mir etwas zu lang behandelt. Ansonsten war das Gezeigte für mich aber schier perfekt.

Noch ein App-Tipp zum Schluss: Alex von iPhoneBlog.de hatte letztens auf Air Show hingewiesen. Eine App. die fantastisch simpel und ohne Schnickschnack abonnierte Podcasts sammelt und chronologisch neue Folgen in einem Pool hintereinander reiht. Vor dort können diese dann nach Bedarf der Hörliste hinzugefügt werden. Nach Castros abermaligem kurzem Ableben hatte ich keine Lust mehr darauf und suchte etwas neues. Diese App mit ihrer strukturierten Einfachheit war mir dann auch die 22 Euro im Jahr wert.

Bevor ich mit Air Show fündig und glücklich geworden bin, probierte ich auch mal wieder Apples hauseigene Podcast App aus. Nope. Mag ich immer noch nicht. Ich mag aber auch einfach keine Apps, deren Fokus beim Start darauf liegen mir Neues anzubieten, anstelle meinen persönlichen Content in den Vordergrund zu stellen. „Your content matters“, hieß es mal großspurig, als ein anstehendes iOS Update die Position der Musikbibliothek in der Music App von der dritten auf die erste Spalte änderte. Nur damit ein weiteres Update das dann wieder umkehrte. Nee, mag ich nicht.

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