Torsten Hartmann

Die Fitness Circuit Demo auf der Switch

Ich freue mich immer, wenn ich neue Fitnessspiele auf der Switch finde, denn ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass da irgendwann mal etwas kommt, was rundum gut ist. Aktuell ist das eher schwierig. Mit der Ausnahme von Ring Fit f├╝hlt sich der Rest meistens wie lieblose Auftragsarbeiten an, die irgendeine L├╝cke im Portfolio der Vertriebe schlie├čen sollen, aber bitte nicht so teuer sein d├╝rfen. Schade, aber genau so empfinde ich es, wenn mir ein Fitnessspiel, das ich im Idealfall t├Ąglich anschmei├čen soll, erstmal ein halbes Dutzend Entwickler- und Publisherlogos entgegen wirft. Da wei├č ich doch direkt Bescheid.

Fitness Circuit, meine neue Hoffnung, ist da nicht anders. Aber ich will nicht gleich aufgeben und versuche erstmal sachlich das aufzuf├╝hren, was die Demo des Spiels anders macht. Das w├Ąre vor allem das Drumherum. W├Ąhrend mich Knockout und Fitness Boxing in ├Âde, virtuelle Hallen versetzt, pr├Ąsentiert sich Fitness Circuit als futuristisches Sport Event in einer verwaschenen Cyberstadt mit viel gelbem Neonlicht. Mein Avatar, genannt "Runner", ein klassisches Anime Stock Model, derer ich so wahnsinnig ├╝berdr├╝ssig bin, partizipiert im Tron Outfit in verschiedenen Disziplinen. Von Laufen, Rudern, Springen bis Klettern ist alles dabei und gef├╝hlt bereits in der Demo recht vielf├Ąltig.

Und auch die Art des Trainings sagt mir zu: HIIT. Das ist Fitnesssprech f├╝r kurze aber heftige ├ťbungen. Find ich gut, denn meine Zeit ist begrenzt. Zwischen Aufwecken, Schulbroten zubereiten und der eigenen Morgenroutine ist der Korridor f├╝r Sport relativ kurz und fest gesetzt. Da trifft sich eine kurze, intensive Einheit Sport doch gut. Und entsprechend positiv war mein Fazit der ersten t├Ąglichen Trainingseinheit: Etwas ├╝ber zehn Minuten haben ausgereicht, Orte an meinem K├Ârper schmerzen zu lassen, von denen ich nicht mal wusste, dass sie Muskeln haben. Sehr gut. Trainiert werden t├Ąglich zwei Sets mit einer Reihe ├ťbungen, die einzeln nicht l├Ąnger als eine Minute dauern. Zur Halbzeit gibt es eine 60 Sekunden Pause, die aber auch abgebrochen werden darf.

Mir fiel direkt auf, wie gut das Pacing dieser App ist: Kein nerviges Gelaber vor den ├ťbungen, wie es andere Spiele ├╝blicherweise machen und was sp├Ątestens nach einer Woche so hart nervt. Denn ob die Entwickler es glauben oder nicht: Man hat sich zum Trainieren vor die Konsole gestellt und niemand wird nach ein paar Tagen noch ├╝berrascht sein, dass die F├╝├če in Grundstellung positioniert werden m├╝ssen, oder dass nach den Schwingern gleich noch Uppercuts folgen, ey! NIEMAND!

Die Demo ist auf f├╝nf Trainingstage begrenzt. Eine weitere Sache, die ich an Fitnessspiel Demos nicht mag. Vor allem, wenn sie ├╝ber einen Monat vor Release erscheinen. Aber noch etwas missfiel mir sehr: Aus den sechs ├ťbungen des ersten Tages wurden am zweiten Tag acht, danach zehn. Am Ende war ich mit den wichtigen Dehn├╝bungen vor dem Start bei 25 Minuten, obwohl ich nur zehn Minuten reines Training anstrebte. Wie das im richtigen Spiel nach dessen Erscheinen ist, kann ich nat├╝rlich nicht sagen, aber grunds├Ątzlich halte ich das Einhalten der vorgegebenen Zeit, wie bereits geschildert, f├╝r sehr wichtig. Und eine Willk├╝r wie bei Fitnessboxen brauche ich leider auch nicht nochmal. Hier bleibt es also abzuwarten, wie sich das finale Produkt verh├Ąlt. Na gut.

Meine anf├Ąngliche Euphorie gegen├╝ber dieser Demo fiel zum letzten Tag stark ab. Das futuristische Setting ist eine tolle Idee, wird aber mit den immer selben Animationen sicherlich schnell genauso ├Âde, wie die t├Ąnzelnden Avatare anderer Fitness Titel. Und ich bleibe dabei, dass ich gerne in einer d├╝steren Halle virtuell auf einen Sandsack dreschen w├╝rde, w├Ąhrend im Hintergrund Boom Bap l├Ąuft und mir ein schlecht gelaunter Trainer Schimpfw├Ârter an den Kopf wirft. Irgendwann.

#spiel