Torsten Hartmann

A Highland Song

Letztes Jahr hat mich das Spiel Jusant schwer beeindruckt, weil klettern in Videospielen immer schon zu meinen Lieblingstätigkeiten gehörte. Dass nun A Highland Song bei mir in die selbe Kerbe schlägt, hatte ich bei allem, was ich bisher von diesem Spiel gesehen hatte (nicht viel), gar nicht erwartet. Ich vermutete ein den kulturellen Horizont erweiterndes Rhythmusspiel und bekam eine wunderschöne, gar nicht mal so kleine Welt, die mich einlud, ihre Geheimnisse zu entdecken.

Moira soll aus den Bergen zu ihrem Onkel an die Küste kommen. Möglichst schnell, denn der Onkel will ihr etwas zeigen, was nicht auf sich warten lässt. Das klingt nach Zeitlimit und Zeitlimits sind doof. Aber keine Sorge, wie so oft ist bei Spielen ja der Weg das Ziel und auch wenn ich immer noch nicht weiß, was mir der Onkel da so wichtiges zeigen wollte, weil ich bei meinem ersten Durchgang fünf Tage zu spät gekommen bin, war die Reise ein ganz großartiges Erlebnis.

Zwischen Moiras Zuhause und dem Leuchtturm des Onkels liegen eine Menge schottische Berge. Nicht mal die Hälfte davon habe ich laut der Statistik bei meinem ersten Durchgang bestiegen, geschweige denn überhaupt gefunden und genau darum geht es in A Highland Song. Bevor ich mich nämlich gut genug auskenne und alle Abkürzungen erspielt habe um pünktlich an meinem Bestimmungsort anzukommen, gilt es die Highlands weiter zu erkunden und anhand von herumliegenden Hinweisen in Form von Notizen zu benennen.

Das ist eine erstaunlich zufriedenstellende Schleife, denn das Durchwandern und Besteigen der bergigen Landschaft mit der toll animierten Protagonistin, die dabei ordentlich pustet, wenn ihr nicht regelmäßig Pausen einlegt, hat seinen ganz eigenen Reiz. Es ließ mich nicht mehr los, bis ich den Leuchtturm des Onkels nach ein paar Stunden, ohne eine Spielpause gemacht zu haben, erstmals erreichte.

Jetzt gilt es für mich, den Weg erneut zu beschreiten, mehr Berge zu finden, sie anhand meines im Spiel integrierten Notizbuches zu identifizieren und vor allem darum, meine Pausen besser zu koordinieren, um vielleicht irgendwann mal pünktlich anzukommen. Meine Motivation für letzteres ist ehrlich gesagt nicht besonders hoch, denn eines steht hier mal fest: Zum hindurch Hetzen ist das alles viel zu schön. Gut, dass die Entwickler*innen das genauso sahen und es ein bisschen egal ist, wenn ich das richtige Ende erneut verpasse.

Ach ja: Das Rhythmusspiel Minigame ist auch drin und die tolle Musik dabei sehr passend. Ich mag diese Passagen sehr, weil es eine schöne Abwechslung beim Erkunden ist.

#spiel