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Mars After Midnight

Lucas Pope, der schon mit Papers, Please und Return of the Obra Dinn bewies, dass ihm traditionelles Spieldesign eher fern liegt hat ein neues Werk veröffentlicht. Exklusiv auf dem Play Date. Aber Moment, es wird noch besser.

Ihr schlüpft in Mars After Midnight in die Haut einer Marsbewohner*in, die zusammen mit einem Roboter diverse Selbsthilfekurse anbietet. Auf dem Mars gibt es nämlich genau wie auf der Erde eine Menge Personen mit Problemen oder Interessen jeglicher Couleur. Die einen haben Verdauungsprobleme, andere haben unreine Haut und machmal vereint sie einfach die Vorliebe für dicke Jacken.

Eure Aufgabe ist es zuallererst einmal die Sitzungen zu planen. Auf einer Karte wird euch gezeigt, welche Themen in welcher Region der Marskolonie noch aufzuarbeiten sind. Neben dem Thema müsst ihr dann mit Blick auf euer Konto noch möglichst optimal für den Kurs mit Plakataktionen werben und auch das richtige Essen auswählen. Schließlich sollen alle Anwesenden auch entsprechend ihrer Vorliebe gut verpflegt werden.

Am Tag der Veranstaltung geht ihr dann endlich eurer Hauptbeschäftigung nach und steht an der Tür, deren Luke mit der Kurbel des Play Dates auf- und zugeklappt werden kann. Hier gilt es, bei Klopfzeichen nur die Aliens reinzulassen, die auch zum angeschlagenen Thema passen. Ein entsprechender Hinweis dazu klebt dabei immer innen an der Tür. Mit reiner Auffassungsgabe oder witzigen Hilfsmitteln müsst ihr dann entscheiden, ob der Gast eintreten darf oder wieder gehen muss. Das ist nie wirklich schwierig aber immer sehr lustig und erfordert hauptsächlich etwas Geduld.

Die Marsianer*innen werden dabei herrlich variantenreich dargestellt. Aus einem großen Pool an Körper- und Gesichtsteilen werden sie zufällig zusammengesetzt und allein das ist einfach schon sehr witzig anzuschauen. Zusätzlich schnappt ihr an der Tür auch diverse Dialekte und Sprachfetzen auf, die sich mit der Zeit in eurem Übersetzer ansammeln.

Habt ihr die maximal sechs Teilnehmer*innen ausgewählt, startet die Sitzung. Sofern ihr an der Tür richtig getippt habt, bedanken sich die Beteiligten dann mit einem hohen Trinkgeld, das ihr wiederum in neue Kurse investiert, um irgendwann die Marskolonie verlassen zu können. Zwischendurch sorgt ihr in flüssig von der Hand gehenden Minispielen dafür, dass der Tisch mit Kaffee und Kuchen wieder sauber hergerichtet ist, was euch zusätzliches Trinkgeld beschert.

Es ist hier wie schon angedeutet nicht die Herausforderung, sondern die ungewöhnliche wie fesselnde Gesamterfahrung des Spiels, die es zu etwas Besonderem macht. Die tolle Optik, die makellose technische Umsetzung und die wortkarge aber trotzdem klare Narrative machen Mars After Midnight zu einem großartigen Zeitvertreib. Ein nicht nur auf dem Play Date sehr ungewöhnlicher Titel.

#spiel · #playdate Von Torsten mit ♡ in Linden gebaut · Impressum · 🇬🇧