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Pacific Drive

Ein gepanzerter Station Wagon mit einer Satelitenschüssel und einer Antenne auf dem Dach, der in einer apokalyptischen Umgebung steht.

Ja, ich habe viel zu spät angefangen, dieses genauso wunderbare wie einmalige Spiel zu zocken. Das hat es nicht verdient und zur Wiedergutmachung konsumierte ich es die letzte Tage übermäßig exzessiv. Die einmalige Mischung aus Rogue Lite, Road Trip- und Werkstattsimulation, in der ich mein Auto vor jedem Run, oder besser gesagt Trip, reparieren und immer besser ausrüsten musste, hatte mich derart heftig abgeholt, dass ich nur schwer davon ablassen konnte.

Ungewöhnlich war dabei auch das Pacing, denn oft verbrachte ich eine Spielsession nur in der Garage und wühlte mich durch die zahlreichen Stationen, an denen ich Blaupausen, Werkzeuge und Fahrzeugteile freischalten und bauen konnte. Oder ich war damit beschäftigt, meinen nächsten Trip sorgfältig vorzubereiten und vergaß aber dann trotzdem noch ein Reserverad. Eine vorsichtige Planung ist in der Sperrzone wichtig, in die mich eine Anomalie zu Beginn des Spiels hineinzog und aus der ich von da an versuchte, wieder zu entkommen. Dabei halfen zwei Wissenschaftler, die allerdings nur per Funk mit mir in Verbindung standen, was herrlich nostalgische Fire Watch Vibes verbreitete und zur tollen Atmosphäre beitrug.

Die eigentlichen Trips in zufällig generierte Areale hatten dann immer ein ähnliches Muster: Es lag an mir, meinen holzbeschlagenen Station Wagon wie so ein Clark Griswold möglichst unbeschadet wieder zurück in die Garage zu bringen. Daran hinderten mich diverse Anomalien, die von schlechtem Wetter über schlechte Straßen bis hin zu aggressiven Kuriositäten reichte, die es alle auf mich oder mein Auto abgesehen hatten.

Die wenigen Momente im Spiel, in denen ich dabei tatsächlich mal ausstieg, nutze ich, um verlassene Gebäude und Fahrzeugwracks nach wichtigen Ressourcen für die Werkstatt abzusuchen. Dieses Gefühl von Unbehagen, wenn ich mich nicht in meinem Auto befand, ist in diesem Spiel absolut einmalig! Am Ende eines Runs musste ich genug sogenannte Energieanker gefunden haben, woraufhin ich durch ein Energietor zurück in die Werkstatt teleportiert wurde.

Nur zweimal hatte das Spiel mich dabei gezwungen, bestimmte Ressourcen zu farmen, was dann allerdings recht schnell erledigt war und zum Glück nicht in einem unbarmherzigen Grind mündete. Gut fand ich auch, dass sich die Gegner oft passiv aggressiv verhalten haben. Es ist fast immer möglich, bedrohliche Situationen zu umfahren und stattdessen Schäden am Fahrzeug durch unwegsames Gelände in Kauf zu nehmen.

An dieser Stelle seien noch die wirklich guten Möglichkeiten, den Schwierigkeitsgrad anzupassen, erwähnt. Viele Elemente des Spiels können ein- oder ausgestellt werden, weswegen der Rogue Lite Aspekt auch nicht abschreckend wirken sollte. Ich hatte zum Beispiel eingeschaltet, dass mein Auto nach einem erfolgreichen Trip wieder vollständig repariert wurde. Da das nur für Teile galt, die sich zu diesem Zeitpunkt wirklich noch am Auto befanden, war das noch Herausforderung genug für mich.

23 Stunden später habe ich die Story beendet und ich denke nicht, dass es das jetzt war. Schließlich sind noch ein paar Punkte auf der Karte gänzlich unerforscht und die höchste Stufe an Upgrades habe ich noch nicht einmal angekratzt. Daher freue ich mich, zurück in die Sperrzone zu reisen. In meinem mittlerweile sehr gut gepanzerten Wagen, der sich schon ein bisschen wie ein kleines Zuhause anfühlt.

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