2007 debütierte auf dem TV-Sender HBO die Serie Flight of the Conchords, basierend auf dem gleichnamigen, neuseeländischen Folk-Duo, bestehend aus Jemaine Clement and Bret McKenzie. In der Serie begleiten wir ihre fiktiven Alter-Egos bei mühevollem Umgang mit Frauen, ihrer teils strapazierten Freundschaft und dem oft kulturell schockierenden Alltag in ihrer Wahlheimat New York. Nach zwei sehr erfolgreichen Staffeln, warten Fans der Serie derzeit sehnsüchtig auf eine hinter vorgehaltener Hand angekündigte dritte Staffel. Es wird also Zeit, den Flug der Conchords hier vorzustellen.
Diese Serie ist anders. Jemaine Clement and Bret McKenzie sind auch anders. Das passt. Ersteren durfte ich bereits vor einigen Tagen in der leider untergegangenen Komödie “Eagle vs. Shark” bewundern. Eine Rolle die der des Jemaine in “Flight of the Conchords” nicht ganz unähnlich ist, sieht man einmal vom beinahe unerträglichen Nerd-Faktor in “Eagle vs. Shark” ab. In “Conchords” spielen sich Clement und McKenzie reduziert, zurückhaltend, ja beinahe schon debil, nicht zuletzt immer mit einem Augenzwinkern in Richtung ihrer Heimat Neuseeland. Das ist die Basis für den Humor der Serie. Das Futter bildet überwiegend ihr Manager Murray, ihr einziger Fan Mel und ihre wenigen Auftritte und eine dementsprechend leeren Haushalts-Kasse.
Der Clou der Serie sind die Songs des Duos, von denen jeweils zwei, passend zu der aktuellen Situation, in Form von Musikvideos in eine Folge eingebaut werden. Schnulzige Balladen setzen ein, wenn Jemanies und Brets Liebe wieder einmal unerwidert bleibt. Bei einem Raubüberfall verteidigen sie sich mit skurrilen Rap-Einlagen. Das Buhlen um eine schöne Frau geschieht stilecht á la Bollywood. Musikalisch liegt all das gerade mal eine Stufe über Mambo-Kurt und genau das macht es so sympathisch.
Für die einen ein Fluch, für die anderen ein Seegen ist der gelegentlich aufkommende neuseeländische Akzent der beiden Hauptdarsteller, der zwischen den Charakteren in der Serie oft Missverständnisse aufkommen lässt und so ebenfalls die Basis vieler Gags ist. Das dürfte aber auch ein Grund sein, warum es die Serie bis heute nicht ins deutsche Fernsehen geschafft hat. Eine Übersetzung wäre an diesen Stellen so gut wie unmöglich.
“Flight of the Conchords” ist eine gelungene Abwechslung im Serien-Dschungel der großen Studios und ich lege sie jedem ans Herz, der Lust auf schön trockenen Humor und herrlich bekloppte Songtexte aus Neuseeland hat. Es lohnt sich. Die Serie ist als UK-DVD in zwei Staffeln erhältlich.
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