They call him Machet … äh … Shank (Xbox Live/PSN)

Shank. Der Name ist Programm. Bis an die Zähne bewaffnet steuern wir den gleichnamigen Helden auf einem Pfad der Verwüstung durch Horden gegnerischer Handlanger um letztendlich dessen Rache am gehassten Obermotz auszuführen. Das klingt nicht sonderlich innovativ. Soll es aber auch gar nicht, schließlich ist bei Videospielen der Weg das Ziel. Mit herrlich überzogener Cartoon-Gewalt bietet dieses Spiel lediglich eins: das Töten des Gegners mit so viel Tamm-Tamm, wie nur möglich. Das ist nichts, was dem Medium Videospiel und seiner schlechten Figur, die es gegenüber Außenstehenden macht, hilft. Hardcore-Spieler fühlen sich dafür aber umso wohler, wenn Shank die Klingen blitzen lässt.

Um die Zielgruppe mal vorweg zu nehmen: jeder der wie ich sehnsüchtig auf Robert Rodriguez neues Werk “Machete” mit “Charakter-Darsteller” Danny Trejo wartet, der ist mit Shank sehr gut bedient. Der hat nämlich nicht nur das Kinn des Senior Trejos, sondern auch dessen Vorliebe für Action. Blutige Action. Vornehmlich zu mexikanisch angehauchten Gitarrenklängen und vor staubigen Kulissen, die nach Tequila schreien. Bei Shank werden diese Klischees eifrig bedient wie Passagiere in der Business-Class vor 15 Jahren. Aber kann diese feurige Mischung auch langfristig überzeugen?

Spielerisch geht es bei Shank äußerst klassisch zu. Von links nach rechts stürmen wir durch Straßen, klettern an Wänden empor und springen über Abgründe als hätten wir das Jahr 1990 und unser Pad keinen Analogstick. Das alles allerdings mit wunderbar hochaufgelöster Grafik, extrem geschmeidigen Animationen und einer Mechanik, die läuft wie geschmiert. Auf der technischen Seite gibt es bei diesem Spiel wirklich rein gar nichts zu bemängeln. Das sieht man gerne.

Was die Spieltiefe angeht brauchen wir uns aber nichts vorzumachen. Da ist bei Shank trotz schöner Grafik und astreiner Technik doch recht schnell die Luft raus. Außer dem Versuch, die Gegner mit immer mehr Kombinationen und verschiedenen Waffen in die ewigen Jagdgründe zu befördern stellt das Spiel keine weiteren Ansprüche. Die linearen Level verbergen keine versteckten Gegenstände oder sonst welche Überraschungen. Wir laufen, springen, töten, laufen, töten, springen und töten noch mehr. Auch die Boss-Strategien sind alle zu schnell geknackt, sieht man mal von der Frechheit am Ende des Spiels ab, wo mal wieder eintönige Ausdauer der Schlüssel zum Erfolg ist.

Für 15 Euro ist Shank leider viel zu schnell durchgespielt und auch die relativ vielen Kostüme für unseren Helden, die wir zum Beispiel mit (wer hätte das gedacht) töten einer bestimmten Menge an Gegnern freispielen, sorgen für wenig bis gar keine Abwechslung. Lediglich der Koop-Modus kann bei Spielern, die sich hier an die gute alte Zeit mit einem Freund zu zweit vor der Konsole erinnert fühlen, mehr als zwei, drei Abende durchhalten. Videospiel-Masochisten sei noch der Schwierigkeitsgrad “Hard” ans Herz gelegt, bei dem uns das Spiel nicht nur fiesere Gegner vorsetzt, sondern auch mal eben alle Rücksetzpunkte nimmt. Beim Ableben in diesem Modus bedeutet das, immer wieder vom Start des jeweiligen Levels anzufangen. Pervers.

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Über Torsten

Kind im Mann, Videospieler, Liebhaber von Filmen im Originalton, Grob- und Feinschmecker, Vater.

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