Hunde des Krieges: Snoopy Flying Ace (360)

Irgendwann wurde mal ein Snoopy Spiel angekündigt, in dem man als tollkühner Beagle in fliegenden Kisten den Roten Baron jagen muss. Ich fand die Idee gut und wartete gespannt. Irgendwann kam es dann nur als Import für die PSP, PS2 und den PC heraus. Irgendwann hatte ich das Spiel komplett vergessen. Jetzt gibt es den Nachfolger in der Xbox Live Arcade und wer online oder offline ein paar Freunden den Richthofen machen will, der ist mit dem Spiel gut bedient.

Es herrscht Krieg. Der Rote Baron und seine Geschwader schießwütiger Flieger verbreiten Angst und Schrecken in Europa. Zeit für Snoopy, den schnuckeligen Beagle aus den Peanuts Cartoons, sich hinter den Steuerknüppel seines Doppeldeckers zu klemmen und dem Baron die Leviten zu lesen. Der Einzelspieler-Modus besteht aus etwa einem Dutzend, einigermaßen abwechslungsreicher Missionen, die ihr locker an einem Abend durchspielt, dafür ein hübsches Charlie Brown T-Shirt für euren Xbox Live Avatar abstaubt und danach höchsten noch einmal anfassen werdet, solltet ihr wirklich den Drang verspüren, alle Missionen mit einer Goldmedaille abzuschließen.

Nein, wirklich Spaß macht Snoopy nur in den zahlreichen Dog-Fight Variationen im Mehrspieler-Bereich. Da aber dafür umso mehr. Ob online mit bis zu 16 Spielern oder offline gegen einen Freund im geteilten Bildschirm, Snoopy Flying Ace bietet euch auf Basis einer vorzüglich geratenen Mechanik ein Spielzeug, das je nach eigener Vorliebe den Teamgeist oder die Schadenfreude fördert. Auf einer Handvoll Karten duelliert ihr euch in der Haut verschiedenster Peanuts-Figuren oder auch eurem eigenen Avatar mit unterschiedlich schnellen wie robusten Flugzeugen eurer Wahl und bestückt diese mit zwei Sekundär-Waffensystemen aus einem Pool destruktiver Erfindungen. Lenkraketen, Minen, Schrotflinten, Gattlings, C-Waffen. Neben der Bord-MG machen die Sekundärwaffen einen ordentlichen Bumms, wollen aber unterschiedlich eingesetzt werden. Jäger aus der Distanz vertrauen auf zielsuchende Komet-Raketen, während wahrlich tollkühne Flieger mit dem Feind auf Tuchfühlung gehen und eine Ladung Schrot aus nächster Distanz abfeuern. Für die Defensive lassen sich mit dem rechten Analog-Stick Kunststücke wie Loopings, Fassrollen und 180° Drehungen ausführen, die euch im Ernstfall die Haut retten können. Auf den Karten verteilte Geschütztürme bemannen wir im Anflug und sorgen so für ordentlich Terror auf dem Spielfeld.

Das alles geht unheimlich gut von der Hand und macht vor allem dann sehr viel Spaß, wenn wir dabei um den Eifelturm bei Nacht oder über einem lauschigen Atoll unsere Runden drehen. Lediglich die Übersicht bleibt bei einem Spiel mit 16 Kontrahenten und einem Wust aus Kondensstreifen hinter sich herziehender Extrawaffen etwas auf der Strecke. Aber genau da entstehen diese kleinen Momente, bei denen man als Spieler jede Sekunde genießt. Wenn wir im Kugel- und Raketenhagel den Spielernamen unseres Freundes auf dem Sofa neben uns ausmachen, wir uns an seine Fersen heften und es plötzlich nur noch uns zwei in diesem Spiel gibt. So stellt man wahre Freundschaft auf die Probe!

Aufs wesentliche reduziert ist Snoopy Flying Ace ein typischer Mehrspieler-Shooter, aber zur Abwechslung mal einer mit netter Cartoon-Optik. Gekämpft wird lediglich um Erfahrungspunkte, die nichts anderes bewirken außer irgendwann unseren Rang zu erhöhen. Und bis wir uns Flying Ace nennen dürfen, wird einige Zeit vergehen. Vertan wird sie aber nicht sein, denn endlich gibt es ein Spiel für all diejenigen, die dem nie erschienenen Propeller Arena (Dreamcast) oder den mittlerweile online nicht mehr unterstützten Crimson Sky Dog-Fight Duellen (Xbox) nachweinen. Snoopy Flying Ace ist für 800 Microsoftpunkte zu haben.

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Über Torsten

Kind im Mann, Videospieler, Liebhaber von Filmen im Originalton, Grob- und Feinschmecker, Vater.

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