Film: Clerks II (DVD)

Lange habe ich auf eine Fortsetzung von Clerks gewartet. Sehr lange. So lange, dass ich es bereits wieder vergessen hatte. Plötzlich aber war ein Trailer da, den ich auch wieder vergaß, da es noch mal zwei Jahre dauerte, bis der Film hierzulande endlich auf DVD erschien. Das war im Dezember letzten Jahres. Nun konnte ich mich endlich von der Qualität des Nachfolgers zu Kevin Smiths 94er Spielfilmdebüt Clerks überzeugen.

Der neuste Teil der New Jersey Saga beginnt mit den beiden Protagonisten Dante und Randal, die mit anschauen müssen, wie ihr geliebter Quick Stop, in dem sie tagein tagaus abhingen, ausbrennt. Eine recht verzwickte Ausgangssituation, an der Randals Vergesslichkeit und eine nicht abgeschaltete Kaffeemaschine nicht ganz unschuldig waren. Die beiden Freunde verbringen ihren Arbeitstag von da an im Fastfoodrestaurant Mooby’s. Während Randal weiterhin in den Tag hinein lebt, stehen bei Dante große Veränderungen an: seine Hochzeit und der Schritt in die Selbstständigkeit, in Form eines Autowaschsalons in Florida, stehen unmittelbar bevor.

Abgesehen von einer weiteren, recht wichtigen Wendung in der Handlung, die hier nicht verraten wird, reicht Kevin Smith das bisher genannte als Basis für seinen Film vollkommen aus. Es sind wie so oft bei seinen Filmen die Dialoge, die das ganze zu einem köstlichen Filmerlebnis machen. So werden die alltäglichen Probleme der Mittdreißiger, in erster Linie die von Dante, in Unterhaltungen über Sex, Transformers und die wichtige Frage, welche Trilogie denn nun die einzig wahre ist, Star Wars oder Herr der Ringe, gebettet. Und das funktioniert wunderbar. Smith ist, was das betrifft, einfach ein gewaltiges Talent. Man kann sich kaum vorstellen, dass irgendwer anders im Stande wäre, einen Film dieser Art so auf die Beine zu stellen. Es sind die Gegensätze, die kontinuierlich dafür sorgen, dass Herz und Witz perfekt ausbalanciert sind. Momente, in denen sich Dante und seine Chefin Becky, mehr oder weniger seriös, über die Zukunft unterhalten, werden von Randals derbem Humor oder den surrealen Auftritten von Jay und Silent Bob (Kevin Smith selbst) kompensiert.

Smith hat keinen großen Wert auf eine ausgefeilte Struktur im Film gelegt. Die braucht er auch gar nicht. Clerks II läuft eben genau so ab, wie das Leben seiner Protagonisten. Überwiegend in den Tag hinein und ab und an geht es mal richtig zur Sache. Und in diesen Momenten schreckt der Film auch nicht vor “speziesübergreifender Erotik” zurück.

In Zeiten von Sandler- und Stiller-Komödien, die einen letztendlich immer mit der Moralkeule mitten ins Gesicht schlagen, wirkt Clerks II wie ein Rohdiamant: ungeschliffen, aber verdammt wertvoll. Da kann man nur hoffen, dass in zehn Jahren auch noch Clerks III kommt. Mein absoluter DVD Tipp. Den Trailer zum Film gibt es hier (YouTube Link).

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Über Torsten

Kind im Mann, Videospieler, Liebhaber von Filmen im Originalton, Grob- und Feinschmecker, Vater.

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