Left 4 Dead: Xbox 360 versus PC (3)

Left 4 Dead

Als im November 2008 der Coop Shooter Left 4 Dead erschien, stellte sich für viele Besitzer einer Xbox 360 und eines entsprechend guten PCs die Frage, welche Version denn gekauft werden sollte. Ist aber wirklich eine Version die bessere oder bilden die jeweiligen Vor- und Nachteile unterm Strich ein ausbalanciertes Endergebnis? Mit dem Erscheinen des kostenlosen Survival Packs ist das Thema für diejenigen, die noch nicht beim Hauptspiel zugeschlagen haben, wieder aktuell. Ihr seht, wir von Cktc.de scheuen keine hanebüchenen Ausreden, um Beiträge zu älteren Spielen zu schreiben.

DER MEHRSPIELER MODUS Left 4 Dead macht auch als Einzelspieler Spaß, punktet aber logischerweise erst im Mehrspielermodus so richtig. Dann nämlich, wenn vier Freunde gemeinsam auf Zombiehatz gehen. Welches System bietet dabei die meisten Vorteile? Xbox Live oder Steam?

Franziska (PC) Eigentlich wollte ich das Spiel auf der Xbox 360, da mir Steam nicht ganz geheuer ist war. Nachdem allerdings die „Crew“, die das Thema Left 4 Dead in meinem Haushalt aufbrachte, eher dem PC zugeneigt war, opferte ich mich für das Team. Also doch Steam. Bei einem reinen Mehrspieler-Titel ja nicht so schlimm. Eigentlich sogar ziemlich gut. Es kann im spielerischen Sektor alles, was Xbox Live kann, und das für umme. Bonus: Ich muss beim (seltenen) Spiel mit Unbekannten nicht mehr dafür bezahlen, mich beschimpfen lassen zu können. Einer der Gründe, warum ich zurzeit keine XBL-Gold-Mitgliedschaft habe, neben der Tatsache, dass gesellige Muliplayerabende bei uns eher in kurzen, kontrollierten Feuerstößen auftreten. Steam ist ohnehin ein System, das im Auftrag des Teufels (gespielt von Al Pacino) entworfen wurde – niemandem verkauft man seine Seele lieber.

Torsten (360) Um meine Privatsphäre zu wahren und auf pre-pubertäre Kommentare zu verzichten eröffne ich auf Knopfdruck eine Xbox Live Party, zu der ich maximal acht Leute aus meiner Freundesliste einlade. Sofern diese wie ich eine Xbox Live Gold Mitgliedschaft für 60 Euro im Jahr haben. Via Headset steht unserer Kommunikation nichts mehr im Wege und die wird sogar dann aufrecht erhalten, wenn wir nicht alle zusammen als je vier Überlebende und vier Zombies in einem Versusmatch gegeneinander antreten, sondern jeweils zu viert eine Runde Coop bestreiten oder sich ein Teil unserer Party zu einer Runde Uno Online oder Worms absetzt.

DIE STEUERUNG Die einen lieben sie, die anderen wollen sie nicht als Eingabegeräte für Spiele akzeptieren. Die Rede ist von Tastatur und Maus. Wer bei Shootern auf diese Kombination schwört, belächelt Konsolenspieler meistens, wenn diese zum Beispiel mit einem Xbox 306 Pad bei Left 4 Dead auf die Jagd gehen.

Torsten (360) Mit einer Maus lassen sich gezielte Schüsse natürlich viel genauer platzieren, ich weigere mich aber strikt mit Hilfe einer Tastatur durch zombieverseuchtes Territorium zu laufen. Da ich auch sonst nicht viel für Spiele am PC übrig habe, zocke ich seit dem ersten Medal of Honor auf der Playstation alle Ego-Shooter mit dem Pad. Und habe es gelernt. Bei Left 4 Dead ist mein Können am Xbox 360 Pad jetzt so stark wie nie zu vor gefragt. Ein Option für Auto-Aiming gibt es nicht. Ich muss mich vollständig auf meine Kontrolle mit dem Pad verlassen können und bin dabei natürlich ab und auch verlassen. Denn meine Reflexe beim Zielen sind viel zu schnell, als das ein Pad sie eins zu eins umsetzen könnte. Und so bin ich gezwungen schon während des Zielens zu feuern um das Glück auf meine Seite zu holen. Dann zum Beispiel, wenn ich mich auf den Zuruf “hinter dir!” um die eigene Achse drehe und einen Hunter mit einem Kugelhagel in der Luft vor mir stoppe. Dabei sinkt meine eh schon sehr niedrige Trefferquote angesichts der flächendeckenden Notsalve an Kugeln noch weiter ins Bodenlose.

Franziska (PC) Um ganz ehrlich zu sein, prinzipiell bevorzuge ich es, Egoshooter mit dem Pad zu spielen. Es ist meiner Meinung nach „immersiver“, ich fühle mich mehr im Spiel und verbundener mit der Spielfigur und der Welt. Natürlich, die Kombination von Präzision und Schnelligkeit ist eingeschränkt, aber da ich quasi nicht kompetitiv spiele, ist das eher Nebensache. Nach einigen Sessions konnte ich mir aber kaum noch vorstellen, Left 4 Dead mit dem Pad zu spielen. Es ist so schnell, wenn die Hölle losbricht gar ein wenig hektisch, dass ich mit Pad wahrscheinlich nichts (außer meinen Kameraden) treffen würde, geschweige denn einen heran springenden Hunter. Und „Immersion“ ist bei einem Adrenalinausschütter ohne große Story wie Left 4 Dead eher die Nebensache.

PERFORMANCE Die Performance eines Konsolenspiel lässt sich von Seiten der Hardware nicht verbessern oder verschlechtern, Nutzer eines PCs mit dem nötigen Kleingeld können dagegen für noch schönere und flüssigere Grafik in neue, bessere Zusatz-Hardware investieren. Aber was tun, wenn der PC schon einige Jahre auf dem Buckel hat und der Spieler nicht gewillt ist, noch mehr Geld in die Spielmaschine zu stecken?

Franziska (PC) Im Gegensatz zu Konsolenspielen laufen PC-Spiele ja nicht auf jedem Gerät gleich gut. Ich war äußerst positiv davon überrascht, wie nett anzusehen Left 4 Dead selbst auf meinem drei Jahre alten Laptop war. Die vom Spiel selbst gefundenen Einstellungen garantierten ein äußerst flüssiges Spielerlebnis ohne befürchtete Ruckeleinlagen oder Marginalgrafik. Ich bin beileibe keine „Grafikhure“, aber bei 3D-Grafik hilft es schon, wenn man nicht die Polygone zählen kann.

Torsten (360) Ich sehe es als großen Vorteil an, mir vor dem Kauf eines Spiels keine Gedanken über die Mindestanforderungen an die Hardware machen zu müssen. Left 4 Dead läuft auf der Xbox 360 jederzeit flüssig und zeigt sich grafisch von einer angenehm detailreichen Seite. Geht man allerdings lokal mit einem Freund oder einer Freundin via Zwei-Spieler Splitscreen auf Zombiejagd, ist die Luft dank ruckelnder Umgebung sehr schnell raus.

MODDING Ein großer Vorteil von Ego-Shootern auf dem PC ist die Möglichkeit mit so genannten Mods ein bestehendes Spiel auf eigene Faust zu erweitern. Die Mod-Szene ist groß und zu fast jedem Shooter gibt es mehr oder weniger lustige, manchmal auch sinnvolle Modifikationen. Und wer hat sich bei Left 4 Dead noch nicht gefragt, wie alt der nervige Tank aussehen würde, wenn man nicht nur zu viert, sondern mit sechzehn Überlebenden unterwegs wäre?

Torsten (360) Left 4 Dead macht mir vor allem deswegen so viel Spaß, weil es mit seinem zufällig generierten Leveldesign für Langzeitmotivation sorgt. Steht dieses Mal wieder ein stöhnender Zombie unter der Dusche? Haben sich wieder zwei oder drei von ihnen in dem kleinen Holzbüro am Bahnhof versammelt? Die Spannung ist jedes mal groß, wenn ich eine Türe öffne oder um eine Ecke pirsche. Ich ertappte mich trotzdem bereits nach einer Woche dabei, mir Neues zu wünschen. Neue Modi, neue Maps oder einfach neue Möglichkeiten. Eine Mod wie etwa Dawn Before Dead, die es mir ermöglicht die Handlung von Dawn of the Dead nachzuspielen ist natürlich schon was Feines, bleibt mir als Xbox 360 Spieler aber wohl für immer verwehrt.

Franziska (PC) Modding ist ein zwiespältiges Thema, 99% aller Mods sind Mist, so dass ich im Normalfall darauf verzichten kann. Bei Left 4 Dead gibt es allerdings nicht so viele Maps. Der AI Director sorgt zwar für Variation, allerdings ändern sich die Orte nunmal nicht. Darum besteht zu hoffen, dass mit neuen Maps auch aus der Community nicht mehr lange getrödelt wird. Den Xbox-Spielern drücke ich die Daumen, dass zusätzliche Maps auch den Weg auf die Konsole finden werden. Es besteht nämlich die Gefahr, dass man sich am vorhandenen sattspielt.

Das Fazit liegt bei euch!

Left 4 Dead #1 Left 4 Dead #2 Left 4 Dead #3

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3 responses to “Left 4 Dead: Xbox 360 versus PC

  1. feierabend

    Redet doch nicht um den heißen Brei herrum und sagt doch einfach wie es ist.
    Left 4 Dead auf der 360 ist murks!

  2. Beanz

    Korrekt! Wie auch alle anderen Ego-Shooter auf Konsole.

    Lef 4 Dead ist ja kein schlechtes Spiel, aber die Pad-Steuerung zerstört so ziemlich das gesamte Spielgefühl.

  3. Schwachsinn.

    Ich besitze ‘Left 4 Dead’ für beide Systeme (ich liebe das Spiel), habe es aber auf der Xbox viel, viel öfter gespielt. Das liegt an zweierlei Faktoren:

    Zum einen nervt mich das altbekannte Headset-Problem des PC. Auf dem PC hat man die Sounds des Spiels ständig direkt im Ohr, wenn man ein Headset benutzt. Auf der Xbox 360 wird der Sound geteilt: Das Headset gibt wirklich nur die Stimmen der anderen Spieler aus, während der Ton des Spiels selbst über den Fernseher geregelt wird. Viel angenehmer so.

    Zum anderen ist mir die Konsolero-Community lieber. Einen PC hat jeder bei sich rumstehen, und angesichts der niedrigen Systemanforderungen des Spiels kann es so ziemlich jeder auf seiner Maschine zocken. Das merkt man angesichts der Massen an absoluten Vollpfosten, die sich auf den L4D-Servern tummeln. Auch hat auf dem PC nicht jeder ein Headset (wenn man in ein Quick-Match einsteigt faktisch sogar fast keiner), was insbesondere auf dem ‘Expert’-Schwierigkeitsgrad die Sache ungemein erschwert. Ich möchte Xbox Live nicht in Schutz nehmen – auch dort wird man von amerikanischen Teenies, die es witzig finden, ihren Kollegen einen Molotow vor die Füße zu werfen, nicht verschont, aber dort kann man die Leute immerhin auf die Avoided-Player-Liste setzen…

    Vielleicht mag ich die Xbox-Version aber auch deshalb lieber, weil ich die Gamepad-Steuerung von Valve-Shootern einfach vorbildlich finde. Die ‘Orange Box’ hatte ich mir auch für die Xbox geholt (und erst später um 10 Euro für den PC nachgekauft – ich sehe es nicht ein, Singleplayer-Titel via Steam zu aktivieren), die Steuerung war dort ähnlich gut und präzise. Ich hatte mit der Pad-Steuerung jedenfalls noch nie Probleme.

    Einziger echter Nachteil der Konsolenfassung ist das Modding. So entgehen Konsoleros einige Perlen, wie z.B. die erwähnte, wirklich geniale ‘Dead Before Dawn’-Kampagne (nein, sie heißt nicht ‘Dawn Before Dead’ :P ). Ist aber verschmerzbar, finde ich, weshalb ich auch ‘Left 4 Dead 2′ für die Xbox 360, nicht für den PC vorbestellt habe. Die PC-Version kaufe ich aber definitiv nach, sobald sie billiger ist.

    Zum Blog-Beitrag: Nichts für ungut, aber ich steh’ nicht auf Schwanzvergleiche, sofern eine Version nicht exorbitant schlechter ist (siehe ‘Fallout 3′ – ich kaufte als erstes die Xbox 360-Version, mittlerweile spiele ich die GotY Edition am PC – kein Vergleich), was hier absolut nicht zutrifft, da das Spiel auf dem PC grafisch nicht sehr viel besser ist (Texturen haben eine höhere Auflösung, Lichteffekte sind detaillierter – das war’s. Keine Revolution), das Hardware-Argument also bereits wegfällt. Bleiben nur die Mods – ob einem das Steam (bin kein Freund von) und die kindische Community wert ist, muss jeder selbst wissen.

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