DVDs ausleihen kann Spaß machen. Diese DVDs zu schauen, SOLLTE Spaß machen. Tut es aber nicht immer, wie ich im Falle von Wuji – Reiter der Winde und Kurt Wimmers neustem Machwerk Ultraviolet wieder einmal leidlich erfahren musste.
Da meine Quote bei DVDs in letzter Zeit bei ungefähr 1:20 liegt, was das Verhältnis von guten zu schlechten Filmen angeht, habe ich schon mit dem Gedanken gespielt, das Hobby gänzlich fallen zu lassen und einfach einen amischen Lebensstil zu führen, ohne technischen Schnick-Schnack wie etwa einem DVD Player.
Glücklicherweise war da noch Blessing Bell (Kôfuku No Kane) von Hiroki Tanaka, auch bekannt als Sabu. Ein Regisseur, der zumindest Unterhaltung verspricht, einer der talentiertesten japanischen Schauspieler (Susumu Terajima) und eine nette DVD Doppelbox (inkl. “Monday”). Was kann da schon schief gehen?
Einiges. Denn ausgerechnet in dieser Zeit der Dürre erwische ich ein cineastisches Experiment. Dessen bin ich grundsätzlich nicht abgeneigt, bereit war ich in dem Moment aber dann doch nicht zu 100%. Die Frage ist, ob man das bei Blessing Bell überhaupt sein kann. Oder soll.
Der Film ist, hat man ihn zu Ende geschaut, ohne Frage genial. Bis man zu dieser Erkenntnis gelangt, ist er allerdings auch extrem anstrengend. Das muss leider so sein, denn nur so funktioniert er letztendlich. Lange Einstellungen, keine musikalische Untermalung und keine Dialoge. Nur Monologe. Hauptakteur Igarashi bleibt die ganze Zeit über stumm. Hart.
Lässt man sich auf das Experiment ein und ist, was die deutlich differenzierte Einstellung der Japaner gegenüber ihrer Arbeit, ein wenig im Bilde, kann man sich von den durchaus schönen, aber immer auch leeren Bildern treiben lassen und sie im Nachhinein genießen. Dann wenn dem Igarashi alles klar wird und die Symbolik des Films umschwenkt in für jedermann verständliche Elemente des Films. Dann wenn alles wieder okay ist. Bei Igarashi und beim Zuschauer.
Ein filmisches Experiment, dass ich für wichtig halte. Wichtig, weil es zeigt, was Kino im Stande ist zu tun.
Die PAL DVD Doppelbox mit Monday und Blessing Bell ist bei Rapid Eye Movies erschienen.
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Hör bloß auf… Ultraviolet. Der Film hätte so toll sein können, wäre er nicht so schlecht gewesen.