Film: The Wrestler (DVD)

Mickey Rourke

Nach “The Fountain” war Darren Aronofsky wohl erst einmal gezwungen, einen Film abzuliefern, den auch noch der letzte Geldgeber versteht. Glück für ihn und auch für uns als Zuschauer, daß Mickey Rourke als alternder Wrestler ein Paradebeispiel für eine Charakterdarstellung abliefert und den Film so zu etwas Besonderem macht.

Randy, alias The Ram ist ein Wrestler, dessen glorreiche Zeiten längst vorbei sind und der sich an Wochenenden auf Hinterhof-Events mehr schlecht als recht seinen Lebensunterhalt verdient. Unter der Woche schuftet er zusätzlich im Supermarkt, schafft es aber trotz allem nicht, genug Geld für Miete, Medikamente und die für seine Shows so wichtigen Aufbaupräparate zu verdienen. Sozialen Halt findet er außerhalb des Rings lediglich bei der für ihren Beruf ebenfalls in die Jahre gekommenen Stripperin Pam alias Cassady (ebenfalls famos: Marisa Tomei), in deren Nähe er die ihm fehlende innere Ruhe verspürt.

Als Randy nach einer Show zusammenbricht und erst im Krankenhaus nach einer OP wieder zu sich kommt, rät ihm der Arzt dringend mit dem Wrestling aufzuhören. Im unfreiwilligen Ruhestand wird Randy mit Problemen des Alltags konfrontiert. Ohne das tägliche Training weiß er seine Zeit kaum sinnvoll zu nutzen und ohne die Einnahmen seiner Show ist er gezwungen, am Wochenende im Supermarkt im direkten Kundenkontakt zu arbeiten, was für Randy eine hohe Herausforderung darstellt. Der Versuch, mit seiner Tochter Kontakt aufzunehmen und sich mit ihr zu versöhnen, gestaltet sich schwierig, und die Beziehung zu Pam lässt sich trotz Anzeichen der Zuneigung nur schwer vertiefen. Am Ende verliert trotz Anstrengung der gute Wille und es gewinnt die Routine.

Darren Aronofsky zeigt den Alltag des Wrestlers Randy mit all seiner Härte, ohne sich dabei zurückzuhalten. Mickey Rourke spielt die Rolle perfekt und zeigt eine bemitleidenswerte Person, deren physischer wie psychischer Schmerz den Zuschauer gleichermaßen schockiert und in seinen Bann zieht. Aronofski inszeniert Randys Leidensweg mit leicht wackelnder Handkamera als kalten Entzug eines hoffnungslos Süchtigen, dessen letzter Ausweg die Droge ist, von der er so dringend loskommen muss: das Wrestling. Untermalt von den tragischen Klägen seines Hofmusikers Clint Mansell, der sich dieses mal Unterstützung in Form sphärischer Gitarrenklänge von Guns’n'Roses Gitarristen Slash geholt hat. Das es letztendlich zu keinem Happy-End kommt dürfte Kennern der Filme Aronofskys längst klar sein. Auch alle anderen werden das bereits nach dem ersten Drittel des Films erkennen.

Aber The Wrestler will am Ende trotz der ausgelutschten Handlung vom gescheiterten Helden auch gar keine Klischees bedienen. Im ausgelassenen Jubel der Menge für Randy zeigt er die Beziehung zwischen Pam und The Ram nicht nur mit deren Tränen, sondern auch mit deren Verständnis. Dem Verständnis zwischen zwei Personen, die äußerlich zwar verschieden, innerlich aber der selbe Typ Mensch sind.

The Wrestler ist derzeit als US DVD- und Blu-Ray erschienen.

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Über Torsten

Kind im Mann, Videospieler, Liebhaber von Filmen im Originalton, Grob- und Feinschmecker, Vater.

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