
Die Möglichkeit, ein Konsolenspiel durch die Anbindung des Internets und einer vorhandenen Festplatte auch nach dem ursprünglichen Erscheinungstermin mit neuen Inhalten versehen zu können, ist einer der großen Vorteile der neuen Konsolengeneration. Der Spieler muss für neue Herausforderungen nicht bis zum nächsten Teil einer Serie warten und bei Entwickler und Vertrieb klingeln ein weiteres Mal die Kassen. Alle sind dann glücklich. Sollte man meinen. Warum das bei der Knothole Island Erweiterung für Lionheads Fable II nicht so ist, erfahrt ihr hier.
DIE HANDLUNG Die Bewohner der entfernten Astloch Insel brauchen Hilfe. Die Insel verfügt über eine klimabestimmende Wetterkammer, die vollkommen verrückt zu spielen scheint. Jemand ist also gefordert, diese einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Gegen Geld und Ruhm, versteht sich. Logisch, dass der Fable II Held, beziehungsweise Antiheld, die weite Reise übers Meer auf sich nimmt um dem Schnee Paroli zu bieten. Es stellt sich allerdings schon bald heraus, dass sich zum einen das Wetterproblem nicht mal eben auf die Schnelle bewältigen läßt und zum anderen der Bürgermeister selbst offensichtlich nicht ganz unschuldig an der Sache ist.
DIE ERWEITERUNG Wie der Name schon sagt handelt es sich bei der Astloch Insel eben um eine ganze, recht große Insel, die ihr anfangs vom Hafen in Bowerstone via Unterseeboot und später über das Regionsmenü ansteuern könnt. Der Kapitän des Gefährts scheint um die Qualität der Erweiterung zu wissen und versucht euch auch gleich erstmal mit einem Haufen Geschenke einzulullen. Neben drei neuen Missionen bietet die Insel nämlich auch einiges an neuen Schätzen. Knothole-exklusiv gibt es Tränke, Waffen, Bücher, Augmente, Rüstungen und Kleidungsstücke zu entdecken, beziehungsweise in den Shops zu kaufen. So weit so gut. Natürlich macht das Erkunden der neuen Insel Spaß und auch die neuen Tränke sind teilweise ihre Anschaffung wert, möchte man das Aussehen seines Helden beispielsweise verändern. Das Problem der Erweiterung aber sind die drei neuen Missionen. Die wurden, wohl um den Preis von 800 Microsoftpunkten (ungefähr zehn Euro) zu rechtfertigen, für Fable II Verhältnisse teilweise unerträglich in die Länge gezogen. Schlimmer noch. Anstelle sich auf das zu konzentrieren, was man nun immer schon in den Höhlen des Spiels machen musste, nämlich kämpfen, halten uns jetzt Gedulds- und Geschicklichkeitsspiele auf. Geschicklichkeit? Mit der schwammigen Steuerung von Fable II? Richtig. Das kann nicht funktionieren. Neben einigen Expressions-Statuen sind es eigentlich immer Orbs, die je nach Farbe und Symbol in einer gewissen Zeit und in der korrekten Reihenfolge geschlagen, angeschossen oder mit Magie bearbeitet werden müssen, um im Kerker voranzukommen. Schon bald empfindet man diese Rätsel als störend und spielt eigentlich nur noch weiter, um endlich wieder an die Oberfläche zu gelangen, in der Hoffnung, die nächste Mission bringt Abwechslung. Aber Pustekuchen.
DAS FAZIT So muss man sich als Spieler die Frage stellen: lohnt es sich, die kostbaren Punkte für eine Charakterumgestaltung mit Hilfe der neuen Tränke, ein paar neue Gegenstände und drei mäßige Missionen auszugeben? Für den Hardcore-Fan wohl schon. Und dann gibt es da ja noch den Schrein des “Cheet-Urs” auf der Astloch Insel, bei dem all diejenigen auf ihre Kosten kommen, die ihren vierbeinigen Begleiter im Verlauf der Reise verloren haben. Im Großen und Ganzen kann der Knothole Island Zusatzinhalt also vor allem als geografische Erweiterung der Fable II Welt verstanden werden. Und als das macht sie sich mit ihren extremen Wetterverhältnissen auch sehr gut. Nur der Spielspaß der Missionen lässt arg zu wünschen übrig.
Die Fable II Knothole Island Erweiterung ist auf dem Xbox Live Marktplatz für 800 Microsoftpunkte erhältlich.
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