
Der Vietnam Veteran Llewelyn Moss (Josh Brolin) stößt in der Wüste auf das Schreckensszenario eines misslungenen Drogendeals, den lediglich ein schwer verletzter Gangster überlebt hat. Bewaffnet mit Jagdgewehr und Fernglas, überlässt er den sterbenden Verbrecher seinem Schicksal und spürt, weit ab vom Schauplatz des Verbrechens, das Drogengeld des geplatzten Deals auf. Er verlässt den Tatort und schafft die Beute zu sich nach Hause in einen texanischen Trailerpark. Geplagt von Gewissensbissen aufgrund der unterlassenen Hilfeleistung, entscheidet sich Moss wenig später allerdings, den Ort noch einmal aufzusuchen und dem Schwerverletzten zumindest Wasser zu bringen. Ein fataler Fehler. Der angeschossene Gangster ist verschwunden und Moss sieht sich stattdessen mit dessen Kollegen, auf der Suche nach ihrem Geld, konfrontiert. Es gelingt ihm zu fliehen. Und bildet damit die Grundstruktur des neusten Films der Coen Brüder (Fargo, The Big Lebowski, The Ladykillers).
Auf den Fersen Moss’ befindet sich der Serienkiller Anton Chigurh (Javier Bardem), der, nachdem er einen Polizisten ermordet hat und sich dessen Polizeiauto nimmt, auf die Spur des Geldes stößt. Chigurh, der fleischgewordene Mythos eines Killers, der weder Gewissen noch Skrupel kennt, ist manisch prinzipientreu und mit einem Bolzenschussgerät bewaffnet. Ebenso wie Moss, weist auch er eine hohe Auffassungsgabe auf und scheint ebenfalls eine sehr gute militärische Ausbildung genossen zu haben.

Als dritten im Bunde und Moss und dem Killer auf sicherer Distanz auf der Spur zeigt der Film den scheidenden Sheriff Tom Bell (Tommy Lee Jones). Die wachsende Kriminalität an der Grenze zu Mexiko und die kaltblütige Brutalität, mit der Chigurh vorzugehen scheint, lassen Bell zunehmend an seinem Job, und daran, ob einer wie er, vom alten Schlag, noch etwas in diesem Beruf verloren hat, zweifeln.
Die drei eigentlich sehr klischeebehafteten Charaktere, der Vietnam Veteran, der skrupellose Killer und der erfahrene Cop, werden im harten Kontrast zu kargen aber bildgewaltigen Wüstenlandschaften und toten Straßen dargestellt, was den Figuren mehr Tiefe gibt, als man es von anderen Produktionen gewohnt ist. Keiner der drei Protagonisten blickt sich in dem Film je in die Augen. Immer wird eine gewisse Distanz zwischen ihnen bewahrt und der Zuschauer somit bei der Stange gehalten. Und das will etwas heißen, bei einem Film, der komplett auf musikalische Untermalung verzichtet.
Wenn Moss auf gerissene Weise seinem Killer immer wieder aufs neue entkommt, ist es meist Ed Tom Bell, der mit seinem Deputysheriff in einer Art episodischem Resümee über den Leichen der Leidtragenden steht: Handlanger der Drogendealer, Gesandte des Geldbesitzers oder unschuldige Zivilisten. Der Film ist zu keiner Zeit zimperlich und spart auch nicht an blutigen Effekten.

Am Ende gewinnt eigentlich nur der Zuschauer, der einem fantastischem Film genießen durfte. Wenn auch nicht unbedingt einen aufbauenden. Javier Bardem, der einen der vier Oscar für den Film bekommen hat, spielt den Killer Chigurh auf wirklich beängstigende Art und Weise und Josh Brolin sowie Tommy Lee Jones stehen ihm in Bezug auf Darstellung und Überzeugung in nichts nach.
Derzeit ist die DVD/Blu-Ray zum Film nur in den US und Kanada erhältlich. Am 2. Juni erscheint sie allerdings auch in Deutschland. Die mir vorliegende kanadische DVD enthält französische, spanische sowie englische Untertitel. Letztere allerdings für Hörgeschädigte. Als Bonus Material befinden sich zwei Making Ofs auf der DVD. Ein Audiokommentar ist leider nicht vorhanden.
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