Videospiel: Assassin’s Creed (Xbox 360) (3)


Die Hype-Maschine um Assassins Creed lief von der ersten Ankündigung mit diversen Screenshots bis zum Release und der damit verbundenen wunderschönen TV Werbung zur Musik von Massive Attack auf vollen Touren. Wenn es sich dann bei dem Produkt nicht um ein Sequel handelt, sprich die Fanbasis noch gar nicht gefestigt ist, kann man eigentlich nur verlieren.

Man hätte auf Nummer Sicher gehen können, indem man sich einfach an dem orientiert hätte, was in der Vergangenheit bereits eingeschlagen hat. Ein Spielprinzip, das z.B. bei der Masse immer schon gut ankam. Enttäuschung gibt es bei derart laut angepriesenen Produkten immer, aber so hätte man vielleicht im Vorhinein schon abschätzen können, dass letztendlich die Mehrheit der Mainstreamspieler begeistert wäre. Stattdessen, und da kommen Spieler wie ich auf den Plan, ähnelt Assassins Creed grundlegend eher Spielen wie Tenchu und Shinobido. Spiele, die immer schon ein Nischendasein gefristet haben. Wer hätte das gedacht? Ich jedenfalls nicht. Die Presse und die Medien auch nicht so recht. Und so regnet es jetzt oft seitenweise böse Kritik. Genau wie beim letzten Tenchu auf der Xbox und den anderen Vertretern des Genres vorher. Gerechtfertigt? Nicht, wenn man Spiele wie Tenchu Z liebt. Und das tun weniger als von der hochtourigen Hypemaschine angesprochen wurden. Weit weniger. Jetzt zu sagen, dass der Spielablauf zu repetitiv wäre, ist genauso, als würde man sich bei einem Rennspiel darüber beschweren, dass man immer nur Gas geben, bremsen und lenken müsste. Da beschwert sich aber keiner drüber, denn die Abwechslung steckt im Detail. In gewagten Überholmanövern, kritischen Situationen vor der Ziellinie und gelegentlichen Massenkarambolagen. Eben genau wie bei Spielen á la Tenchu oder jetzt Assassins Creed. Das schwierige Anschleichen an ein potentielles Opfer in der Menge, der hastige Fluchtweg über die Dächer, die zahllosen Wege, die Verfolger aus dem Weg zu räumen und der immer wieder atemberaubende Ausblick von einem der vielen Türme, nach dem Erklimmen derselben. All das konfrontiert den Spieler regelmäßig mit neuen Details und Situationen. Abwechslung gibt es genug.


Dass man obendrein noch drei interaktive große Städte bekommt, in deren Häuserschluchten man nach Herzenslust klettern kann, in einer Art, wie es vorher nur in Shadow of the Colossus möglich war, sehen nur die wenigsten als Bonus. Wer mit dem Genre an sich nichts anfangen kann, erkennt in dem ausgereiften Klettern die Hauptattraktion des Spiels. Alles andere ist ein mühseliges Abarbeiten und wirkt deshalb natürlich entsprechend eintönig auf die Person. Wenn es was zu meckern gibt, dann sind das die Fahnen, die überall im Spiel verteilt sind. Sie zu sammeln bringt nichts, außer persönlicher Genugtuung und einem Achievement bei der Xbox360 Version. Grund genug, Spielern wie mir das Leben zur Hölle zu machen. Oder man moniert zu Recht den geringen Wiederspielwert, der sich aufgrund der komplexen Missionsstruktur und den nicht abzubrechenden Zwischensequenzen, sowie einer fehlenden Option, das Spiel mit freigespielten Waffen noch einmal anzugehen, ergibt. Das ändert aber nichts daran, dass Liebhaber des Genres stundenlang riesigen Spaß an dem Spiel haben und haben werden. Eben Spieler, wie ich einer bin. Schade nur, dass man den ganzen Hype aufgrund der oftmals unangebrachten, negativen Kritik, jetzt nicht mehr genießen kann. Egal. Wir vertreiben uns jetzt die Wartezeit auf das zweite Assassins Creed mit der Vorfreude auf ein nächstes Tenchu und den hoffentlich noch erscheinenden Shinobido Nachfolger. Diese Spiele werden dann wieder so angekündigt, wie es für ihre Art am besten ist: leise und unauffällig. Sie bekommen dann ihre schlechten Noten und wir dürfen sie in aller Ruhe genießen. Dann, wenn alle anderen sie bereits vergessen haben.

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Über Torsten

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3 responses to “Videospiel: Assassin’s Creed (Xbox 360)

  1. Anonymous

    Hi, also ich würde gerne mal wissen was du unter repetiv verstehst. finde dazu nichtmal im duden einen eintrag – auch sonst nirgends -

    merci

    anonymus^^

  2. KGenjuro

    Böser Fehlerteufel. Da hab ich einfach ein “ti” wegrationalisiert. Wahrscheinlich aus Gründen der Ästhetik. Aber vielen Dank für den Hinweis.

  3. FranUnFine

    Bei den meisten “Rennspielen” heutzutage muss man noch nichteinmal mehr bremsen.

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