
In Zeiten von Steam, Xbox Live, dem Playstation Network Store und der Virtual Console wird auch dem letzten Zweifler so langsam klar, wie der Vertriebsweg der Zukunft für Videospiele aussehen wird. Nur über die Farbe kann man sich streiten. Für die Masse wird es sicherlich rosig aussehen, wenn sie in Zukunft ihre Spiele und Filme für weniger Geld online bezieht. Ohne aufwendige Verpackung und gedruckte Anleitung. Klar, der Sammleraspekt kommt da irgendwo zu kurz, aber da gibt es ja immer noch die Retrosystem, deren Spiele-Bibliothek es zu komplettieren gilt. Unterm Strich dennoch rosig. Wirklich?
Kommt wohl drauf an, denn das aktuelle Herbstupdate von Xbox Live wirft bei mir persönlich einige Fragen auf. Wie sieht es zum Beispiel mit den Filmen aus, die man ab nächster Woche gegen Geld auf die Xbox laden kann? Werden die dann mehrere Tonspuren bieten, wie es vernünftige DVDs tun. Für Menschen wie mich, die ihre Filme gerne im Original sehen wollen? Da es gilt, die Downloadgröße so gering wie möglich zu halten, eher unwahrscheinlich. Da der Service aber zeitgleich auch in englischsprachigen Teilen Europas gestartet wird, gebe ich die Hoffnung nicht auf, das ich beim Download vielleicht sogar eine Sprache auswählen darf. Ich gebe zu, allzu groß ist die Hoffnung nicht.
Ein anderer Punkt ist die Regionskodierung von Onlineangeboten. Die Xbox Originals zum Beispiel, original Xbox Spiele, die man nun für 1.200 Microsoftpunkte herunterladen kann. Laufen die auf meiner japanischen Konsole? Da es sich um Images der Originalspiele handelt wohl nicht. Im japanischen Markptlatz kann ich dank IP-Kontrolle leider keine Spiele kaufen. Also kein Crimson Skies für mich? Das ich ich als fleissiger Importeur in meinen Rechten beschnitten bin, wurde mir bereits bei dem japanischen Xbox360 Spiel Beautiful Katamari klar, dessen optionaler, herunterladbarer Inhalt, sich mir und meinem deutschen Xbox Live Konto komplett verweigerte. Trotz einer legal über den Welthandel erworbenen japanischen Xbox360 ist es mir nicht möglich, legal an den Zusatzinhalt zu kommen.
Wenn in Zukunft tatsächlich immer mehr komplette Spiele nur noch online zu beziehen sind, gucken Leute wie ich, die Spieleexoten lieber importieren, um sie bis zu einem Jahr vorher oder überhaupt spielen zu können, in die Röhre. Ein schauriger Gedanke und alles andere als rosig. Und so kontrovers, wie etwa das Bild zu diesem Kotaku.com Artikel auch sein mag, es passt. Denn die Grenzen im Web2.0 scheinen noch nie so deutlich gewesen zu sein.
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Ich seh das gar nicht rosig. Steam beweist doch schon, dass es eben NICHT günstiger wird, dass man trotzdem noch den ganzen dümmlichen regionalen Beschränkungen unterliegt. Falls sich solche Systeme durchsetzen sollten, kann man das mit den Importen getrost vergessen.
naja günstig ist halt immer relatv, bequem ist es allemal.aber toll finde ich es nicht. Steam habe ich nur einmal kurz gesehen, fand das ganze aber relativ unpraktisch und wundere mich eigentlich warum sich so etwas durchsetzen kann.